WeGebAU

WeGebAU (Abkürzung für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) ist eine Weiterbildungsinitiative derBundesagentur für Arbeit. Seit 2006 gibt es von der Agentur für Arbeit unter dem Namen WeGebAU Subventionen zur Förderung der beruflichen Qualifizierung für Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer in Unternehmen.

Förderfähige Personengruppen sind:

  • Geringqualifizierte Mitarbeiter gemäß § 81 Absatz 2 SGB III, die entweder über keinen Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz verfügen, kein Studium erfolgreich abgeschlossen haben oder seit mindestens vier Jahren eine ungelernte Tätigkeit ausüben, die üblicherweise keine Berufsausbildung erfordert. Hier können neben den Maßnahmekosten auch ein Teil der Lohnkosten für den Arbeitgeber erstattet werden (sogenannter Arbeitsentgeltzuschuss gemäß § 81 Absatz 5 SGB III).
  • Mitarbeiter gemäß § 82 SGB III, die mindestens 45 Jahre alt und in einem Unternehmen beschäftigt sind, welches weniger als 250 Mitarbeiter im Gesamtunternehmen beschäftigt (sogenannte Kleine und mittlere Unternehmen – KMU). Teilzeitbeschäftigte werden anteilig ihres Stundenvolumens berücksichtigt. Hier spielt die mitgebrachte Qualifikation keine Rolle. Hier können nur die Maßnahmekosten gewährt werden.
  • Ab dem 1. April 2012 können auch qualifizierte Mitarbeiter unter 45 Jahren gefördert werden – allerdings nur, wenn die Lehrgangskosten mindestens zur Hälfte vom Arbeitgeber übernommen werden und nur wenn die Weiterbildungsmaßnahme vor dem 31. Dezember 2014 beginnt (§ 131aSGB III).

Weitere Informationen

  • Zu den Maßnahmekosten gehören üblicherweise die Lehrgangskosten an sich sowie ggfs. Fahrkosten für Pendelfahrten, Kinderbetreuungskosten sowie unter Umständen auch Kosten für eine notwendige auswärtige Unterbringung.
  • Auch neu eingestellte Mitarbeiter, die zum förderfähigen Personenkreis gehören, haben – unabhängig von der Probezeit – Anspruch auf Qualifizierung nach WeGebAU.
  • Während der Qualifizierung muss durchgängig ein (ggfs. befristetes) Arbeitsverhältnis bestehen. Konditionen, Kündigungsfristen etc. haben weiterhin Bestand. Das heißt u.a., dass Mitarbeiter und Arbeitgeber keine zusätzliche Bindung oder Verpflichtung bei Inanspruchnahme von WeGebAU eingehen.
  • Doppelförderungen, beispielsweise eine Kombination mit einem Eingliederungszuschuss, sind nicht möglich.
  • Bezieht der Mitarbeiter aufstockendes Arbeitslosengeld II – sog. Aufstocker – ist eine Förderung seitens der Bundesagentur für Arbeit ausgeschlossen.
  • Eine Förderung im Rahmen WeGebAU ist im Regelfall nur möglich, wenn dem Mitarbeiter keine berufliche Erstausbildung mehr zuzumuten ist und drei Jahre versicherungspflichtige Tätigkeit in Deutschland nachgewiesen werden. Ohne diese Schutzfunktion würde WeGebAU vermutlich die reguläre Berufsausbildung verdrängen.